Publikationen aus der Station Randecker Maar

Zusammenfassungen / Inhaltsangaben

 

 

Wulf Gatter (2000): Vogelzug und Vogelbestände in Mitteleuropa

AULA-Verlag Wiesbaden, 2000
Gebundene Ausgabe - 656 Seiten
ISBN 3-89104-645-6, Best. Nr. 315-01003

 

 

 

  Inhalt des Buches
   
Seite
     
Abkürzungsverzeichnis
XI
Medianwerte am Randecker Maar  
XII
Vorwort
XIII
   
1.--- Einleitung: Die Station Randecker Maar - Vogelzug/ Insektenwanderungen
1
2. Ein Zugtag am Randecker Maar
7
3. Fleißige Hände, viele Augen - Zur Entstehung des Buches
10
4. Begriffsbestimmungen, Formen, Strategien des Vogelzuges
14
     
5.
---
Zugplanbeobachtung und Bestandserfassung - Methodik und Vergleich
17
5.1 Erfassungsmethoden
17
5.2. Bestandstrends und Erfassungsmethoden - Probleme und Ausblick
21
     
6. Feldkennzeichen ziehender Passeres
25
     
7.
---
Breitfrontzug und Schmalfrontzug über Mitteleuropa und am Randecker Maar (von K. Steiof)
45
7.1 Hindernisse und Leitlinien - der Weg durch Europa bis nach Afrika
45
7.2 Rast und Zug in Nord und Süddeutschland
49
7.3 Lokale Barrieren und Zugverdichtungen im südwestdeutschen Raum
49
     
8. Richtung und Höhe des Vogelzuges
52
8.1 Beobachtungen zur Zughöhe
52
8.2 Sichtbeobachtungen zu Zugrichtungen am Randecker Maar
74
     
9. Vogelzug bei Wind und Wetter
93
9.1 Ein Hoch über Mitteleuropa - Grundlagen des Wettergeschehens
94
9.2 Regen, Wind und Wolken - der Einfluß des Wetters auf den Vogelzug im Überblick
95
9.3 Vogelzug und Großwetterlagen
98
9.4 Windstille - Brise - Sturm - Auswirkungen des Windes auf den Vogelzug
113
9.5 Grauer Himmel oder Sonnenschein - Vogelzug und Bewölkung
130
9.6 Vogelzug und Sicht
134
9.7 Winterfluchten
138
9.8 Der "Extremherbst" 1974 - eine Wetterkatastrophe als Jahrhundertereignis
144
9.9 Der "Schönwetterherbst" 1997 - hoher Zug und wenig Rast?
149
   
10. Tagzug und Mond
151
   
11.

Das Wegzuggeschehen am Randecker Maar im Überblick: Jahreszeitliche Abläufe von Wegzug, Jugendstreuung und Umkehrzug

155
  11.1 Die jahreszeitlichen Zugmuster
156
11.2 Welche Faktoren beeinflussen die Zugabläufen am Randecker Maar
161
11.3 Ausdehnung und Präzission der Zugzeit bei Teilziehern
177
11.4 Weitere Ursachen jahreszeitlicher Änderungen
180
11.5 Dismigration, Zwischen- und Umkehrzug
200
   
12. Tageszeitliche Zugmuster des Wegzuges
218
12.1. Grundlagen tageszeitlicher Rhythmen
218
 

12.2 Tag- und Nachtzug im Literaturüberblick von Rainer Schütt

218
  12.3 Artbeispiele tageszeitliche Zugmuster am Randecker Maar
223
  12.4 Erkenntnisse aus den tageszeitlichen Zugmustern am Randecker Maar
234
   
13. Zuggeschwindigkeiten und Sozialverbände ziehender Vögel
239
  13.1 Vogelflug und Zuggeschwindigkeiten
239
  13.2 Zugleistungen und Zugfortschritt
252
  13.3 Innerartliche Truppbildung und Zug als Einzelvogel
261
  13.4 Mischgeselligkeit und interspezifisches Sozialverhalten
273
   
14. Invasionsvögel
281
   
15.

Die Kulturlandschaft im Umbruch - Potentielle Ursachen von Veränderungen in der Vogelwelt
285
  15.1 Entstehung der Artenvielfalt in Europa
286
15.2 Flächenveränderungen und Dynamik von Habitaten in den letzten Jahrzehnten
289
  15.3 Nutzungsumwidmungen und Siedlungsdichten von Vögeln
305
  15.4 Pestizide und andere Umweltgifte (= Biozide)
307
15.5 Eutrophierung und Immissionen
317
15.6 Feuer als Bestandteil der Dynamik mitteleuropäischer Ökosysteme
328
15.7 Anthropogene Verlustursachen und Störreize
333
15.8 Wälder
340
  15.9 Klima, Mensch und Vogel
391
  15.10 Afrika: Zugstrategien, Winterhabitate und Veränderungen
407
   
16.

Konkurrenz und Prädation zwischen Vögeln und anderen Tiergruppen - Ein vernachlässigtes Thema?
421
  16.1 Versuch eines synökologischen Seitenblicks
421
  16.2 Auswirkungen der Prädation auf Populationen
424
 

16.3 Bestandsentwicklung bei Säugetieren, Insekten und Weichtieren

426
     
17. Bestandstrends der Zug- und Standvögel am Randecker Maar
441
   
18.

Versuch der Wertung einiger bestandsbeeinflussender Faktoren in den letzten Jahrzehnten
566
  18.1 Bestandstrends der Vogelarten unterschiedlicher Großhabitate
566
  18.2 Ernährungsgilden und Bestandstrends - Wer hat die größten Vorteile
573
  18.3 Wer groß ist hat bessere Chancen - Körpermasse und Bestandstrends
575
  18.4 Welche Faktoren beeinflussen die Bestandsveränderungen am Stärksten
576
  18.5 Überlegungen zu Bestandstrends
582
  18.6 Konkurrenz und Prädation
586
  18.7 Einige wichtige Entwicklungen in Europa
598
   
  Literatur
604
  Namensregister
645
Sachregister
652

 

 

Die Ornithologie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Aufschwung genommen und ihre Teilbereiche sind für den einzelnen nicht mehr überschaubar. Deshalb wird hier versucht, die Ergebnisse unserer Zugforschung und die damit erarbeiteten Bestandstrends unter sozio-ökonomischen, ökologischen und geographischen Gesichtspunkten auch als eine Grundlage für die Naturschutzdiskussion aufzuarbeiten.

Tatsächlich bietet unsere Umwelt in den Siedlungen, durch die Revolutionierung der Landwirtschaft, durch mehr Waldfläche und ein enorm gewachsenes Vegetationsvolumen in und außerhalb des Waldes der Tierwelt heute mehr Nahrung als früher.

Das Resultat daraus ist, daß viele Arten davon profitieren und viele, die zunächst ebenfalls Vorteile daraus ziehen können müßten, auf der Verliererseite stehen. Auch dieses scheinbare Paradoxon wird hier näher beleuchtet.

Erst im Laufe der Auswertung wuchsen die Erkenntnisse und führten immer mehr zu der Notwendigkeit, meine Betrachtungen über die Ergebnisse am Randecker Maar hinaus auszudehnen und 40 Jahre Feldornithologie im selben Großraum, sowie eine 35jährige berufliche Tätigkeit in südwestdeutschen Wäldern, darunter ein Jahrzehnt mit ökologisch-zoologischem Schwerpunkt mit einzubeziehen. Auch drei Jahre in westafrikanischen Savannen und Regenwäldern und über 10 europäische Winter dort, hatten Einblicke in die ökologischen Ansprüche unserer Zugvögel gewährt, welche die Deutung von Entwicklungen am Randecker Maar erleichterten. Die Auswertung des Nistkasten-Monitorings der Forstverwaltung Baden-Württemberg aus fünf Jahrzehnten ließ mich den Blick auf sich verändernde Prädationsverhältnisse richten und führte letztendlich zu der Einsicht, daß die Bestandsdynamik bei den Vögeln ohne Einbeziehung der Klein- und Großsäuger in die Beurteilung nicht möglich ist.

Dies führt zwangsläufig von der bisher noch vielfach zu anthropozentrischen Sicht "der Mensch gegen die Einzeltierart", zu einer holistischeren Betrachtungsweise mit der Berücksichtigung begleitender Tierarten als Konkurrenten und Prädatoren.

Das Buch gliedert sich in drei Teile. 1. Die Vogelzugkapitel, 2. die Grundlagen potentieller Veränderungen in der Vogelwelt und 3. die Bestandsentwicklung mittel- und nordeuropäischer Vogelbestände. Die Vogelzugkapitel können unabhängig voneinander gelesen werden. Die Beiträge über die Bestandsentwicklung lassen sich dagegen nicht ohne die Lektüre der vorangegangenen Kapitel über die Grundlagen potentieller Veränderungen in der Vogelwelt erschließen. Für das Verstehen der Bestandstrends sind aber immer wieder auch Einblicke in die Zugstrategien notwendig, womit wiederum der Bogen zu den Vogelzukapiteln geschlagen wäre.